Geschichte

Sängerbund von Damals bis heute

Kurze Zusammenfassung der Geschichte von der Gründung bis zum heutigen Tag:


Gründung und Geschichte bis zum heutigen Tag
Es ist ja bekannt, dass unser Heimatort Rangendingen ein durch -und- durch geprägtes Bauern- und Handwerkerdorf, ohne eigene Industrie war und aus der Landwirtschaft nur dürftige Erträge kamen. Man weiß auch, dass in früheren Jahrhunderten ganze Familien und Sippen nach Ungarn und Polen und später nach Nordamerika auswanderten, da die hiesige Gemarkung nicht soviel hergab, um alle Bewohner zu sättigen. Und genau auch wieder einmal in eine solche Notzeit so kargen Erfolgs, fällt die Gründung des Gesangvereins Rangendingen. Wir wissen nicht genau, was unsere Vorfahren und hier besonders die Männer in den Jahren Ende 1830 bis 1845 bewogen hat, diesen Gesangverein zu gründen. Wir wissen auch nicht genau, ob evtl. schon zu früheren Zeiten im bürgerlichen Leben gemeinsam miteinander gesungen wurde; Wir wissen jedoch, dass im kirchlichen Leben des Ortes ein Kirchenchor bestanden hat, da hier Aufzeichnungen vorliegen, aus denen hervorgeht, dass schon vor über 280 Jahren bei kirchlichen Anlässen chorisch gesungen wurde. Herr Walter Hirt hat dies bei Recherchen in alten Kirchenbüchern herausgefunden. Vielleicht gab gerade der mehrstimmige Kirchengesang für unsere Vorfahren den Anstoss, weltliche Literatur in geselliger Runde ebenfalls mehrstimmig zu singen. Vielleicht hat sie der kirchliche Chorgesang so fasziniert, dass das Bedürfnis vorhanden war, hier gleichzuziehen. Zur damaligen Zeit gab es ja kein Radio, kein Grammophon oder sonstige übertragungstechnische Mittel, man war auf Eigeninitiative der Stimme und vielleicht der Begleitung durch Zupfinstrumente angewiesen um einigermaßen melodische Klänge zu erzeugen. Die Orgel oder das Harmonium waren Instrumente in Kirche und Schule. Man saß abends im Schein der Tranfunzel oder der Wachskerze in der Wohnstube zusammen und hatte zu spinnen, zu weben, zu stricken, zu flicken oder sonstige häusliche Arbeiten zu erledigen und bestimmt wurden dabei, neben den Erzählungen des Tagesablaufs, auch die bekannten Volkslieder gesungen. Wenn Feld- und Waldarbeit und die Arbeit im Stall beendet war, dann war das Singen in der Abendruhe ein gefühlvoller und erholsamer Abschluss des Tages. Ob in den Gründerjahren in unserer ländlichen Gegend bekannt war, was sich damals in großen Städten, an Königs- und Fürstenhäusern, an Opernhäuser auf musikalischer und gesanglicher Ebene bewegte, wo Aufführungen großer Komponisten stattfanden, wo Adel und Großbürgertum ausschweifende Feiern und Feste gaben, bleibt unbekannt. Eines ist jedoch sicher, dass zumindest bei einem Teil der damaligen Rangendinger Bevölkerung das Bedürfnis vorhanden war, am Feierabend oder in geselliger Runde gemeinsam zu singen.


Die 17 Männer eines Fotos aus den Gründerjahren beweisen dies. Das genaue Gründungsjahr des Gesangvereins Rangendingen ist nirgends schriftlich festgehalten. Das Jahr 1846 galt lange als das Gründungsjahr, weil die alte Vereinsfahne diese Jahreszahl trägt. 1846 war sicher das Jahr, in dem die Fahne beschafft und geweiht wurde, doch ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Verein, damals wie heute, gegründet und gleichzeitig mit einer Vereinsfahne ausgerüstet werden konnte. In einem alten Gemeindeprotokollbuch, beginnend mit dem Jahr 1840, ist unter dem Datum vom 28. Dezember 1843 der Gesangverein in einer Verhandlung vor dem Vogtamt erwähnt und im gleichen Buch findet man, dass der Verein schon damals in einer festen Form gefügt war. Er wurde von einem mehrgliedrigen Vereinsvorstand verwaltet und von der Mitgliederversammlung in seinen Beschlüssen bestätigt. Er mußte bereits schon damals über gewisse Vereinsstatuten verfügt haben. Die Gründung unseres Gesangvereins steht aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Gründung des Hechinger Singvereins in engem Zusammenhang. In Hechingen stand das Bürgertum ganz im Schatten des in gesellschaftlichen und kulturellen Dingen tonangebenden Hofes und nur von hier konnten Anregungen kommen, solche Vereine zu gründen. Es traf sich gut, dass damals die Pflege der Musik am Fürstenhof einer Blütezeit unter dem kunstsinnigen und musikbegeisterten Fürst Friedrich-Wilhelm-Konstantin entgegenging. Es lag nahe, die Musikvereine durch Singvereine zu erweitern. Zu dieser Zeit wurde der Fürst dann auch Veranstalter von größeren Musikfesten von Hechingen und Umgebung. In diesem Zusammenhang entstand ohne Zweifel der Rangendinger Gesangverein. Nach einem Zeitungsbericht sind die Rangendinger schon beim ersten Musikfest des Hechinger Bezirks am 15. September 1844 auf den Bechtoldsweiler Höhen nahe Hechingen dabei gewesen und haben vom Fürsten viel Lob und einen Beitrag zur Beschaffung der ersten Vereinsfahne gespendet bekommen. Somit steht fest, dass unser Verein zu Anfang der 40-iger Jahre nach 1800 gegründet wurde, sonst wäre er nicht schon 1843 – 1844 erwähnt. Das Jahr 1843 kann somit ohne weiteres als das Gründungsjahr angesehen werden. Da schriftliche Zeugnisse und Aufzeichnungen über die Tätigkeit und Leistungen des Gesangvereins aber von dort bis zum Jahr 1901 ganz fehlen, kann über die Folgejahre nach Gründung nichts genaues gesagt werden. Aus der damaligen Zeit sind lediglich das alte Vereinsbild und die alte Vereinsfahne erhalten. Mündliche Überlieferungen, die nach dem Jahr 1900 festgehalten wurden, besagen, dass der damalige Ortspfarrer Josef Anton Mayer ein großer Förderer des Gesangvereins war, der den Verein tatkräftig unterstützt hat und ihm zur Beschaffung der Fahne einen namhaften Geldbetrag übermittelte. Dieser Pfarrer Mayer hat auch die erste Fahne geweiht. Die Weihe soll in recht feierlicher Art vor der Klosterkirche stattgefunden haben. Als Spender zur Vereinsfahne ist weiterhin ein Peter Kalbacher erwähnt.


Er spendete als Bauer zu diesem Zweck einen Sack Korn, ein ganz namhafter Beitrag in der damals so armen Zeit. So war dann der Gesangverein drei Jahre nach dem festgelegten Gründungsdatum im Jahr 1846 stolzer Besitzer einer Vereinsfahne, einem Symbol von Einigkeit und Treue einer verschworenen Gemeinschaft, die von nun an in Freud und Leid dem Verein vorangetragen wurde, die zu Sängerfesten, bei kirchlichen und weltlichen Feiern, oder zum letzten Gang eines treuen Sängerkameraden vorangetragen wurde und sich über dem Grab jeweils wehmütig zum letzten Gruß verneigte. Wie schon erwähnt fehlen schriftliche Aufzeichnungen nach den Gründerjahren. Es wäre für uns interessant gewesen zu erfahren, wie sich der Verein weiterentwickelte, in welchem Maße er das kulturelle Leben in der Gemeinde befruchtete, wie er in seinem gesanglichen und kameradschaftlichen Leben gedieh. Eines ist jedoch sicher, dass der unter so schwierigen Verhältnissen ins Leben gerufene Verein nicht nur dahindämmerte, denn dann wäre der große Opfergeist und auch die Begeisterung für den Gesang, den die Gründer in schwersten Zeiten aufbrachten, umsonst gewesen, was nicht anzunehmen ist. Unter so trägen Umständen hätte er sich nicht jahrzehntelang halten können, bis es einigen Mißgönnern gelang, ihn abzuwürgen, denn um die Jahrhundertwende, um die Jahre 1890/95 bis 1901, ruhte die Vereinstätigkeit für eine gewisse Zeit. Es dürfte sich um eine Unterbrechung von nur wenigen Jahren gehandelt haben. Mit Lehrer Adolf Elsers öffentlichem Wirken in der Schule kam es im Oktober 1901 zu seiner zweiten Geburtsstunde. Die taktvolle Persönlichkeit Elsers, so der Chronist, konnte mit seiner Sängerschar, die sich um ihn gesellte, einen Kampf gegensätzlicher Ideen wagen und wie wir wissen auch bestehen, der um Sein oder Nichtsein des Vereins ging. Aus welcher Ecke diese Mißgunst gegenüber dem damaligen Verein kam kann nur vermutet aber nicht belegt werden, was ja aus heutiger Sicht auch völlig belanglos ist. Etwa 25 Männer waren es, die erneut zum Sängerbund standen und den Probenbetrieb wieder aufnahmen. Bei der ersten Generalversammlung nach dem Wiederbeginn im März 1902 waren fünf Neueintritte zu verzeichnen, so dass der Verein 30 Mitglieder hatte. Sowohl bei der Gründung als auch bei der Wiederaufnahme der Singtätigkeit im Jahr 1901 war unser Verein ein reiner Männerchor. Dirigent und 1. Vorstand in Personalunion war Lehrer Adolf Elser, nach früheren Aussagen eine von hohen Idealen beseelte Persönlichkeit, der sich auch als Organist und Leiter des Kirchenchors betätigte und im Ort ein sehr hohes Ansehen genoss.


Über 20 Jahre lang trug er das Musik- und Gesangsleben in seinen Händen und war mit seinem Verein auch überörtlich als anerkannter Dirigent erfolgreich. Unter seiner Regie wurden die ersten überörtlichen Wertungssingen besucht und der Verein konnte jeweils mit hohen Auszeichnungen in den Heimatort zurückkehren. Lehrer Elser leitete den Verein bis zum Jahr 1907, dann wurde der Bauunternehmer Anton Dieringer zum 1. Vorsitzenden gewählt, er ist der Großvater der heute noch aktiven Sängerin Franziska Göhner. Wir können wegen der Kürze der heute verfügbaren Zeit nicht auf alle Vorstände und Dirigenten näher eingehen, haben aber eine Auflistung mit den jeweiligen Amtszeiten und Jahreszahlen zusammengestellt, die später noch abgehandelt wird. Im Jahr 1910 folgte bis 1914 Balthasar Birkle als Vorstand. Er soll hier auch namentlich erwähnt werden, da er es war, der zusammen mit seinem Bruder David Birkle ein eifriger Verfechter der rechtmäßigen Übereignung des dem Sängerbund strittig gemachten Eigentums vom ursprünglichen Gesangverein war. Ihm haben wir nach der Überlieferung her die Erhaltung unserer alten Vereinsfahne zu verdanken. Im Jahr 1914 brach der 1. Weltkrieg aus und auch vom Sängerbund mussten viele Mitglieder einrücken und nur ein bescheidener Rest älterer Männer war noch in der Heimat verblieben. Dadurch bedingt ruhte die Vereins- und Sängertätigkeit. Nach vier schweren Kriegsjahren, in denen acht aktive Mitglieder gefallen sind und nicht mehr heimkehren konnten, nahm man die Vereinsarbeit wieder auf und unter altbewährter Führung nahm der Verein einen ungeahnten raschen Aufschwung. Durch den Beitritt vieler junger Sänger wuchs seine Mitgliederzahl auf nahezu einhundert an, für uns heute fast undenkbar! Nach erneutem Vorstandswechsel im Jahr 1919 auf wiederum Anton Dieringer kam im Jahr 1921 der Dirigentenwechsel von Elser auf Xaver Schreiner und wenige Jahre später im Herbst 1925 musste der so erfolgreiche frühere Dirigent Elser zu Grabe getragen werden. Ein großer Trauertag für den Verein, wie viele solcher Tage vorher und nachher, wenn verdiente Sänger und Bekleider von Vereinsämtern bis zum heutigen Tage zur letzten Ruhestätte begleitet werden mussten. Allen unseren Verstorbenen, Gefallenen und Vermissten Mitgliedern sei an dieser Stelle aus vollstem Herzen Dank gesagt. Sie sind in unseren Vereins- und Protokollbüchern aufgezeichnet und leben in den Herzen ihrer Kameraden weiter. Ihnen gilt unser Gedenken! Nach mehreren Vorstandswechseln in den folgenden Jahren, in denen es sehr harmonisch zugegangen sein muss und der Verein eine geordnete und fruchtbare Arbeit leistete, sollen zwei markante Festlichkeiten besondere Erwähnung finden und zwar die im Jahr 1926 abgehaltene 80-jährige Erinnerungsfeier der Fahnenweihe der alten Vereinsfahne und zugleich das 25-jährige Jubiläum der Vereinswiedergründung. Das 90-jährige Bestehen des Sängerbundes wurde mit einem großen Festkonzert im Bahnhofsaal feierlich gestaltet, bei dem ein eigens gebildeter Chor der Sängerveteranen mit tosendem Beifall nach ihrem gelungenen Vortrag überschüttet wurde, so der Chronist. Dann unterbrach der 2. Weltkrieg die Vereinsarbeit erneut.


 

Viele Sänger wurden wiederum zum Kriegsdienst einberufen. Wie der erste, so schlug auch der zweite Weltkrieg dem Verein schwere Wunden, sechs Sänger ereilte das bittere Schicksal als Gefallene und weiteren sechs Sängern musste das bittere Wort „vermisst“ auf ihr Gedenkblatt geschrieben werden. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Vereinstätigkeit so gut es ging von den Sängerveteranen, von Dirigent Schreiner und Vorstand Bernhard Schmid aufrecht erhalten. Bernhard Schmid war der Schwiegervater unserer Ehrendirigentin Anneliese Schmid. Die Wiederherstellung des Vereinsrechtes unter französischer Besatzungsmacht war anschließend die Voraussetzung für die weitere Vereinsarbeit und das Wiederaufleben des deutschen Liedes. Der Sängerbund konnte nach einigem Verhandeln im Jahr 1946 wieder mit seiner Arbeit und Funktion als Verein beginnen. Aus dem Jahresbericht der Generalversammlung am 25. Januar 1947 geht hervor, dass der Verein damals 90 Mitglieder zählte, davon 62 Aktive, 13 Passive und 15 Mitglieder in Gefangenschaft. Eine schicksalsvolle, sehr traurige Zeit schien überwunden zu sein, wenn auch in manchen Herzen noch große Trauer über die Geschehnisse der vergangenen Jahre zu überwinden waren. Zur besseren Überwindung konnte aber gerade das Chorsingen seinen Beitrag leisten, denn Musik und Gesang lassen negative Gemütsbelastungen bekanntermaßen besser heilen. Die folgenden Jahre unter Dirigent Schreiner waren wohl auf Stabilisierung und Integration der nach dem Krieg eingetretenen Jugendlichen ausgerichtet, sowie der Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Vereins, das im Jahr 1950 ausgerichtet wurde, da dieses Jubiläum während des Kriegsjahres 1943 nicht gefeiert werden konnte. Mit 77 aktiven Sängern konnte man zuversichtlich dieses Jubiläum feiern. Zu Anfang des Jahres 1952 erfolgte dann ein entscheidender Einschnitt in die Struktur des Vereins. Dirigent Schreiner, der nahezu fast 30 Jahre dem bis damals erfolgreichen Männerchor vorstand, wurde durch den jungen, nach Rangendingen eingesetzten Lehrer Witzigmann abgelöst und im selben Jahr im Juni trat der zuvor integrierte Frauenchor in Kooperation mit dem bestehenden Männerchor beim Fest der Fahnenweihe, bei dem die alte ehrwürdige Fahne vom Jahr 1846 ersetzt wurde, zum ersten Mal an die Rangendinger Öffentlichkeit. Somit war der Gemischte Chor geboren.


Wie man weiß, eine Zäsur die nicht ganz unumstritten war und einige Männer veranlasste, die aktive Sängertätigkeit einzustellen. Das Fest der Fahnenweihe unserer heutigen Fahne fand im Juli 1952 statt. Die kirchliche Weihe der Fahne wurde während des Festgottesdienstes von Ortspfarrer Stefan Gauggel vollzogen und in einem feierlichen Akt am Nachmittag des 20. Juli 1952 an den Sängerbund übergeben. Dieses Jahr 1952 schien mit dem Dirigentenwechsel, dem Fest der Fahnenweihe und anderen Aktivitäten, der Umwälzung vom Männerchor zum Gemischten Chor aber noch nicht gelaufen zu sein. Das erfolgreiche und so arbeitsintensive laufende Jahr wurde erst mit der Aufführung des Opernspiels „Preciosa“ von Carl-Maria v. Weber anlässlich der Weihnachtsfeier 1952 abgeschlossen. Diese Aufführung war eine einmalige, gesangliche, musikalische und schauspielerische Leistung in Kooperation mit der Musikkapelle Rangendingen mit Verstärkung von Hechinger Musikern. Die Aufführung musste fünfmal dargeboten werden und versetzte das Publikum in Staunen, in welch vollendeter Form diese dargeboten wurde. Noch heute sprechen Teilnehmer unseres Chores von diesem so großen Erfolg. Der neue Dirigent verstand es, den Gemischten Chor erfolgreich zu leiten und auch für neue Ziele einen Kinderchor aufzubauen, der im Jahr 1953 erstmals an die Öffentlichkeit trat und bei einem Heimatliederabend sein Debüt gab. Wie lange dieser Kinderchor bestand kann nicht genau festgestellt werden. Jedenfalls wurde auch schon im Jahr 1954 ein öffentliches Liedersingen zur Werbung weiterer Sängerinnen und Sänger durchgeführt, wie man sieht, galten die Sorgen auch schon damals dem Erhalt des Chores, wie heute auch. Nach Aussage älterer Sängerinnen und Sänger und auch aus Einsichtnahme in vorhandene Protokolle der Jahre 1952 bis 1960 urteilend, war die damalige Periode sehr erfolgreich, was die Teilnahme und auch die erzielten Ergebnisse bei Wertungs- und Kritiksingen betrifft. In diesem genannten Zeitraum von acht Jahren stellte man sich sechsmal den Wertungsrichtern und erarbeitete sich hervorragende Ergebnisse, was zweifelsohne aus heutiger Sicht eine enorme Leistung für Chor und Dirigent war und Hochachtung verdient. Im Juli 1955 war der Verein vom Präsidium des Zollern-Alb-Sängergaus mit der Durchführung und Organisation des Gausängertreffens betraut worden. 45 Vereine des Sängergaus mit über 2000 Sängerinnen und Sängern aus den Landkreisen Hechingen, Balingen und Sigmaringen strömten nach Rangendingen um dem Fest beizuwohnen, war doch bekannt, dass unser Verein, damals wie heute große Feste durchführen konnte und man sich in Rangendingen immer wohlfühlte.


Das Fest war mit einem Preissingen verbunden. Am Bundesliederfest des Schwäbischen Sängerbundes in Stuttgart nahm der Verein im Jahr 1956 mit 42 Festgästen teil. Ein ganz besonderer Tag für uns war der 26. Mai 1957, denn an diesem Tag wurde vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuß für die äußerst erfolgreiche 100-jährige Gesangspflege die Zelterplakette verliehen. Karl-Friedrich Zelter war Direktor der Berliner Singakademie und der Begründer der ersten Liedertafel im Jahr 1809, von der weitere Vereine ihren Ursprung nahmen. Nach ihm wurde diese Auszeichnung bzw. Plakette benannt und gleichzeitig bei der Ehrung wird eine Verleihungsurkunde überreicht. Der damalige Vorstand Karl Schwenk nahm die Ehrung bei einem Festakt in den Kölner Messehallen vom Bundespräsidenten in Empfang. Vom 35. Bundesliederfest in Ulm, das im Jahr 1959 stattfand, waren die Teilnehmer aus Rangendingen tief beeindruckt. Hier gab der Zollern-Alb-Gau ein gelungenes Sonderkonzert, bei dem auch die Rangendinger Sänger mitwirkten. Ebenso beteiligte man sich am imposanten Festumzug und anschließend an der Massenkundgebung im Ulmer Stadion. Die anstehenden kommenden Jahre, wie schon die Jahre zuvor, waren bewegte Jahre mit sehr vielen besuchten Sängerfesten bei benachbarten Gesangvereinen und auch bei Festen innerhalb des Ortes bei den hiesigen Vereinen, wie beim Sportverein, dem Musikverein, der Freiwilligen Feuerwehr, beim Schützenverein und anderen. Immer wieder gestaltete man Festabende und Umzüge mit und bezeugte damit die Verbundenheit zur Dorf- und Vereinsgemeinschaft. Diese Jahre waren auch für den Verein, was Personalbewegungen betrifft eine wechselvolle Zeit mit drei Dirigentenwechseln innerhalb von 8 Jahren und für die Vereinsführungen nicht gerade leicht zu bewältigen. Aber immer wieder stand man geschlossen zusammen, beriet sich bei Ausschußsitzungen und fand schließlich immer gute Lösungen. Nicht unerwähnt bleiben soll auch die erste Rundfunkaufnahme am 4. Oktober 1964 mit dem Sängerbund. Ein weiteres wichtiges Ereignis im Jahr 1968 war die Eintragung des Vereins ins Vereinsregister beim Amtsgericht Hechingen. Seither trägt der Vereinsname das e.V. hinter seinem ursprünglichen Namen. Verbunden mit dem Eintrag war eine offizielle Satzung, angepasst an Mustersatzungen des übergeordneten Zollern-Alb-Sängergaus, der immer wieder Hilfestellungen in allen möglichen Bereichen anbietet.


Aber dann stand im Jahr 1967 auch ein Dirigentenwechsel an, da sich der bisherige Dirigent Hirt überraschend für den Chor als auch für die Vereinsleitung von seiner Tätigkeit zurückzog. Mit dem erst 23-jährigen Josef Hutt aus Binsdorf wurde allerdings ein kompetenter Nachfolger gefunden, der in den folgenden Jahren aufgrund seiner soliden musikalischen Ausbildung beste Voraussetzungen für die vakante Chorleiterstelle mitbrachte und unseren Verein durch verschiedene Kooperationen mit von ihm betreuten Chören aus Binsdorf, Sulz und Tailfingen zu einer Konzerttätigkeit auch überörtlich veranlasste. Gleich ein Jahr nach seinem Engagement wurde das 125-jährige Jubiläum veranstaltet und bravorös gemeistert. Bei einem hochstehenden Konzert, das im Festzelt stattfand, wirkte damals unter anderem das Liebhaberorchester des Stuttgarter Liederkranzes unter der Leitung von Bundeschormeister Prof. Walter Schneider mit. Vorstand Hermann Fischer und Dirigent Josef Hutt konnten beide, sowohl für die organisatorische als auch musikalische Höchstleistung voll zufrieden sein. Beiden Genannten ist auch der Verdienst zuzuschreiben, sofort nach Antritt von Chorleiter Hutt die Nachwuchsarbeit neu angetrieben zu haben und im Jahr 1968 konnte mit 21 Buben und 44 Mädchen der Kinderchor mit nun insgesamt 65 Kindern ihren ersten Auftritt beim Jubiläumsfest mitgestalten. Auf die Jugendarbeit wird noch besonders eingegangen. Schon nach weiteren drei Jahren stand mit dem Gauliederfest 1971 unter Vorstand Karl Wohlhüter das nächste Großereignis für den Verein an. Wiederum machten sich die Chöre des Sängergaus auf den Weg nach Rangendingen um am Kritik- und Wertungssingen, an fünf Gruppenkonzerten und mit überwältigenden Gemeinschaftschören ihr Können unter Beweis zu stellen und unsere Gemeinde konnte sich wieder entsprechend repräsentieren und einen guten Eindruck hinterlassen, wusste man doch, dass der Sängerbund für solche Ereignisse bestens gewappnet ist. Das 130-jährige Jubiläum wurde mit einem Frühjahrskonzert im Mai 1973 unter Mitwirkung des Schülerchors veranstaltet und Gaupräsident Helmut Hauser gratulierte der Gemeinde, dass sie neben einem guten Erwachsenenchor auch einen so imposanten Schülerchor habe, der so frisch, aufgeschlossen und gut geführt mitmache. Solche Worte werden natürlich immer wieder gerne vernommen und schlagen dazu um, sich weiter mit Kraft dem Gesang zu widmen. Im Jahr 1975 wird unter Vorstand Karl Schilling, der im Januar 1974 zum Vorsitzenden gewählt wurde, das 1. Gartenfest an der Kastanienallee durchgeführt, an einem Platz, der in den folgenden Jahren bis heute immer wieder aufgesucht wird, wenn solche kleinen Festivitäten anstehen. Mit der Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart wird im Jahr 1977 eine Vorstellung geboten, die auf höchstem Niveau stand und in der vollbesetzten Sankt-Gallus-Kirche das Publikum zu stehenden Ovationen hinriss.


Auch das geistliche Konzert in der Klosterkirche mit Chormusik aus vier Jahrhunderten, dargeboten von den Rottweiler Sängerknaben und vom Sängerbund arrangiert, war in eine Reihe von geistlichen Konzerten eingebunden, die der Sängerbund mit einem eigenen Konzert im Jahr 1978 bei der Einweihung nach Abschluss der Renovierungsarbeiten des barocken Kleinods eröffnete. Im Jahr 1978 übernahm Anneliese Schmid als Vizedirigentin den Schülerchor und vertrat den Dirigenten bei Verhinderungen. Sie übernahm dann auch den Chor als Chorleiterin im Jahr 1980 als Hutt sich verabschiedete und konnte damals noch nicht ahnen, dass sie fortan nun für 21 Jahre eine für beide Seiten so fruchtbare und erfolgreiche Arbeit leisten würde, sich einsetzte für den Chor und eine erfolgreiche Jugendarbeit und aus ihrem damaligen Hobby einen Beruf machen würde, der einige Chöre in der nähren Umgebung befruchtete und zeitweise regional auch als Bezirks- und Gauchormeisterin gipfelte. Wegen ihrer Verdienste um unseren Verein wurde ihr bei der Verabschiedung der Titel „Ehrendirigentin“ verliehen, eine Auszeichnung, die vorher noch keinem anderen in unserem Verein zuteil wurde. Im Jahr 1981 konnte von der Gemeinde die neuerrichtete Festhalle eingeweiht werden, an der auch der Sängerbund seinen Part beitrug. Fortan hatte man nun eine Stätte, in der sich größere Entfaltungsmöglichkeiten anboten. Sogleich wurden durch das Ehrenmitglied August Schetter Kulissen entworfen und in Eigenregie erstellt und schon an der folgenden Weihnachtsvorstellung wurde eine neue Theaterbühne mit einem Drei-Akter den Besuchern mit großem Erfolg präsentiert. August Schetter war für uns der Mann, der von jungen Jahren bis ins hohe Alter seine künstlerische Ader und seine Ideen einbrachte und ungezählte Bühnendekorationen für Vereinsfeste und Fasnetveranstaltungen entwarf und schuf. Unter dem Motto „Zusammen singt sichs besser“ konzertierte man mit dem Schiedsrichterchor im Jahr 1982 und im kommenden Jahr 1983, beim 140-jährigen Jubiläum, das in der neuen Festhalle ausgerichtet wurde, gab man ein Konzert zusammen mit der Chorgemeinschaft Owingen/Stetten und dem Bläserquintett „Hohenzollern-Ensemble“. Nachdem man nun wenige Jahre die schöne Festhalle zur Verfügung hatte, konnte man im Jahr 1984 zum ersten Mal die Gauversammlung nach Rangendingen holen und sich auch auf diesem Feld entsprechend repräsentieren. Wieder einmal überregional konnte man dann im Jahr 1985 den Chor im Radio hören: Eine Aufzeichnung des Südwestfunks Tübingen unter dem Motto „Glockenläuten aus Rangendingen“ war der Anlass im Jahr 1985. Im selben Jahr nahm man erfolgreich am Gauliederfest in Harthausen teil und stellte sich den Wertungsrichtern.


 

 

Wie schon erwähnt gereicht es zu Höhepunkten, wenn in Abständen gute Chöre zu Gemeinschaftskonzerten eingeladen wurden, so auch im Jahr 1987, als sich der Silcherchor bei uns vorstellte und zusammen mit dem Hohenzollern-Ensemble und unserem Chor eine überragende Vorstellung gab. Josef Kästle als damaliger Leiter des Silcherchors und seine Männer und auch unsere damalige Dirigentin Anneliese Schmid mit unserem Chor liefen bei solchen Anlässen immer wieder zur Höchstform auf und garantierten für höchsten Hörgenuss. Bei der sich anschließenden Jahreshauptversammlung stellte sich Vorstand Karl Schilling nicht mehr zur Wahl. Nach 14-jähriger Amtszeit wurde er auf Grund seiner Verdienste um den Verein sogleich zum Ehrenvorstand ernannt und als Dank wurde ihm ein Bild mit einem hiesigen Motiv überreicht. Im sich anschließenden Vereinsjahr 1988 wurde im Frühsommer unter dem neuen Vorsitzenden Manfred Dieringer sogleich ein Jugendchor als Bindeglied zwischen Kinderchor und Erwachsenenchor gegründet. Zwanzig Jugendliche, noch zu jung für den Erwachsenenchor und doch zu alt für den Kinderchor, im Alter zwischen 13 und 18 Jahren sprühten, vor Eifer und sofort wurde unter Dirigentin Schmid mit der Probenarbeit begonnen. Ein dritter Vereinschor stand nun auf jungen Beinen und sollte ein Garant für den Erhalt des Gemischten Chores werden. Mit einem Benefizkonzert im Herbst 1988, in Kooperation mit dem Musikverein, wird der Erlös dieser Wohltätigkeitsveranstaltung zu gleichen Teilen auf die Lebenshilfe Zollernalb, die Amsel-Kontaktgruppe und die Nachwuchsarbeit von Musikverein und dem Sängerbund aufgeteilt und stellt damit den kommerziellen Charakter einmal in den Hintergrund. Das Jahr 1988 war dann schließlich auch noch geprägt von der Teilnahme am 38. Chorfest des Schwäbischen Sängerbundes, an dem man geschlossen teilnahm. Anstelle eines Ausflugs fuhr man nach Ulm und unterstützte den Zollern-Alb-Sängergau bei dessen Auftritten sowohl bei einem Platzkonzert als auch bei der Schlussfeier im Ulmer Münster. Im Herbst 1989 stand wieder einmal eine Teilnahme bei einem Kritik- und Wertungssingen an. In Albstadt-Ebingen stellte man sich der Jury und musste feststellen, dass die Anforderungen an die teilnehmenden Chöre doch sehr hoch gesteckt sind und Laienchöre zur Erringung höchster Benotungen fast nicht mehr fähig sind. Im Jahr 1990 feierte Dirigentin Schmid ihr 10-jähriges Dirigentenjubiläum mit einem Konzert im Verbund mit dem MGV Stein und dem Cello-Ensemble „I Cellisti“. Es wurde ein überwältigendes Jubiläumsgeschenk mit und für die Dirigentin und ein hervorzuhebendes Kulturereignis in einem neuen Ambiente, da zuvor eine neue Kulisse geschaffen wurde, die zukünftig für Konzerte einen ansprechenden Hintergrund darstellen würde. Ende März des Jahres 1992 geht ein lang ersehnter Wunsch der Dirigentin in Erfüllung, ein Gemeinschaftskonzert mit allen von ihr geleiteten Chören zu veranstalten. Verschiedenstartige Chorgruppierungen wie Kinder-, Jugend-, Gemischter-Chor, Frauenchor, Männerchor bzw. alle Gruppen zu gemeinsamen Auftritten zusammengenommen, verzauberten die Zuhörer bei diesem dreistündigen Konzert. Nun stand das Jahr 1993 an: „150 Jahre Sängerbund Rangendingen 1843 e.V.“.


In drei Teile gegliedert sollte das Fest stattfinden und man stellte sich hier einer großen Herausforderung. Die Festlichkeiten begannen mit einem Festgottesdienst und einem Totengedenken und am selbigen Tag am 16.5.1993 fand das Jubiläumskonzert in der Zusammensetzung: Silcherchor Zollernalb, Gemischter-Chor Sängerbund und den Solisten Natalie Karl und Thomas Klink statt. Ein wiederum hochkarätiges Konzert, das den Verein zuvor sogar zu einem Probenwochenende nach Lossburg bewegt hat, um für den Auftritt fit zu sein. Ein viertägiges Zeltfest Anfang Juni bei dem unter anderem „Die jungen Klostertaler“ engagiert waren und viele Festgäste dem Verein die Ehre gaben, schloss sich ebenso an, wie das im Herbst veranstaltete Jugendfestival, bei dem unter anderem auch vom Jugendchor Auszüge aus der West-Side-Story hervorragend, in einer extra angefertigten Kulisse dargeboten wurden und höchste Achtung hervorrief. Schließlich verabschiedete sich der Vorsitzende bei der Uraufführung „Bergbach im Schwarzwald“ kurz vor Weihnachten in St. Roman im Schwarzwald, bei welcher Dichter Hauser und Komponist Eisert im Hotel Adler zugegen waren, denn in der kurz danach anstehenden Jahreshauptversammlung ging der Vorsitz auf den zielstrebigen, bisherigen langjährigen Vizevorstand Walter Heilig über, der die kommenden Jahre zu meistern bereitstand und mit überwältigender Mehrheit dann auch gewählt wurde. Fast zeitgleich mit dem Wechsel im Vorsitz wurde die musikalische Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Den beiden Nachwuchssängerinnen Simone Ulrich geb. Schwenk und Edith Morgner wurden die Leitungen des Kinderchors und des Jugendchors übertragen. Beide konnten somit in der Praxis das ausüben, was sie zuvor bei einem Dirigentenkurs in der Theorie erlernt hatten. Simone Schwenk übernahm dann schließlich auch den Jugendchor und zeigte sich somit für die gesamte Jugendarbeit verantwortlich. Für Mitte März 1994 war dann sogleich eine überregionale Veranstaltung abzuhalten. Der Vorsitzende Heilig ist ja bekanntermaßen auch in höheren Gremien der Sangesbewegung vertreten. Neben seiner Vereinstätigkeit in unserem Verein ist er auch Präsidiumsmitglied im übergeordneten Zollern-Alb-Sängergau und in weiterer Ebene auch Mitglied im Ausschuss des Schwäbischen Sängerbundes in deren Jugendgremium. So holte er den 3. Sängerjugendtag des Schwäbischen Sängerbundes in die Turn- und Festhalle Rangendingen, zu der sämtliche Jugendvertreter aus dem Zugehörigkeitsbereich von über 20 Sängergauen eingeladen waren. Sowohl der Kinderchor als auch der Jugendchor unseres Vereins umrahmten mit ihren Auftritten diese Versammlung und die übrigen Vereinsmitglieder waren in der Versorgung und Bewirtung eingebunden, wobei fast 300 Mittagessen hergerichtet werden mussten. Dass ein Provinzverein sich so einer Aufgabe stellt und diese auch noch bestens bewältigen würde, das war anfangs den angereisten Großstädtern fast nicht plausibel zu machen, waren doch diese nach Ablauf der Veranstaltung eines Besseren belehrt und waren anschließend über den organisatorisch einwandfreien und reibungslosen Ablauf voll des Lobes.


Nun aber stand für das Jahr 1995 die 1200-Jahr-Feier der Heimatgemeinde Rangendingen an. Die Probenarbeit wurde nun ganz auf dieses Ereignis eingestellt und jede folgende Ausschußsitzung stand im Zeichen dieser anstehenden Großveranstaltung. Der Vorsitzende war ja schließlich an oberster Stelle als Vertreter der Vereine in die Vorbereitung eingebunden und man wollte ja sowohl von der Gemeindeseite her als auch von Vereinsseite her sein Bestes geben, was ja schließlich auch gelang. Es sei daran erinnert, dass beim offiziellen Festabend alle Gesangstreibenden Vereine, wie unser Sängerbund mit Gemischtem- und Jugendchor, der Katholische Kirchenchor und auch der Evangelische Kirchenchor gemeinsame Auftritte hatte und ein überwältigender Massenchor Rangendinger Sänger, abwechselnd von den jeweiligen Chorleitern dirigiert und teilweise vom Musikverein Rangendingen begleitet, wurde zur herausragenden Präsentation der Heimatgemeinde in ihrem Jubiläumsjahr. Im historischen Umzug, der wenige Wochen später stattfand und in Rangendingens 1200-jähriger Geschichte einmalig war, wirkten mehrere Gruppen unseres Vereins mit. So sei erwähnt, dass eine Gruppe als Auswanderer mit Gespannwagen mitwirkte und eine zweite Gruppe als Sängerveteranen des eigenen Vereins aus der Gründerzeit auftraten und ein herrliches Bild abgaben. Gerade dieser historische Festumzug wird jedem Zuschauer für immer im Gedächtnis bleiben. Im Jahr 1997 war ein Konzert angesagt, das der Verein alleine mit seinen Chören bestritt. Unter dem Motto: Sing & Swing wurde vom Kinderchor, vom Jugendchor und vom Gemischten Chor eine Liedauswahl moderner Rythmen geboten, wie ihn sich ein modernes Publikum wünscht und die anschließende Resonanz von Seiten der Konzertbesucher war auch entsprechend zustimmend. Eine ganz andere Richtung ging man im Jahr 1999 mit der Einbindung der Jugendlichen in den Gemischten Chor zu einem Projektchor, welcher eine Liedauswahl vom Jahr 1480 mit dem Lied „Stimmt an“ einen Bogen bis zur Gegenwart mit dem Chorsatz: „Time to say good bye“ spannte. Unter dem Motto: „Chorgesang im Wandel der Zeit“ sang man sich in die Herzen des Publikums und demonstrierte, welche Vielfalt das Chorsingen beinhaltet. Kaum war das Konzert verhallt, befasste man sich mit einer ganz anderen Thematik, die nun für die kommenden Monate bis Ende des Jahres 2000 für Aufsehen sorgen sollte.


Mit der geistlichen Kantate: „Vater unser – Bittweg zur Glaubensreife“, ein Werk des Lyrikers Helmut Hauser und des Komponisten Robert Pappert, wurde die Dirigentin Anneliese Schmid mit der Uraufführung betraut. Sie hatte mit den von ihr geleiteten Chören Gaufrauenchor-Zollernalb, dem Männergesangverein Grosselfingen und unserem Gemischten Chor die Ausgangsbasis, dieses große Werk aufzuführen, da diese drei Chorgattungen diese Kantate von der gesanglichen Seite her bestimmen. Im November 1999 fand die Uraufführung in der Klosterkirche der Erzabtei Beuron statt und in der randvoll besetzten Kirche wurde den anwesenden Konzertbesuchern, die überregional herbeigeströmt waren, ein Werk der Spitzenklasse präsentiert bei dem der Lyriker Hauser selbst die Sprechtexte vortrug und der Komponist Pappert, neben viel Prominenz aus Kirche, Politik und Wirtschaft zugegen waren. Eine großartige Referenz an das in allen christlichen Kirchen der Welt meistgebetete Gebet. Inspiriert durch den Besuch der beiden Künstler in Grän/Tirol, wo ein Vater-unser-Bittweg mit künstlerisch gestalteten 7 Steinblöcken plaziert ist, auf dem sich die Sieben Vater-unser-Bitten befinden, wird dieses Werk bestimmt im Laufe der kommenden Zeit noch vielerorts aufgeführt werden. So stand auch fest, dass eine Aufführung auch in unserer Heimatkirche St. Gallus dargeboten werden sollte und auch in Tannheim/Tirol stand eine Aufführung an. Am Sonntag 11. 04.2000 war die Kirche St. Gallus Rangendingen sodann das Besuchermagnet und vor wiederum randvoller Kirche, bei der noch nachgestuhlt werden musste, wurde die Zweitaufführung dargeboten. Ein riesengroßer Erfolg für alle Aufführenden. So hatte sich der wochenlange Probeneinsatz gelohnt und alle Aufführenden waren beglückt, ob eines so erfolgreichen Projekts, das mit dem Jahresausflug nach Tannheim/Tirol als sogenannte Konzert-Tour aller drei Chöre seinen Abschluss fand. Auch dort in der Barockkirche konzertierte man nochmals und setzte damit der geistlichen Konzertreihe ein Ende, um sich wieder anderen Zielsetzungen zu widmen. „Humor im Chor“ hieß nun das neu anvisierte Thema im Jahr 2001. In einem kleineren Rahmen im Gemeindehaussaal startete man den Versuch, das sängerische Können in einer lockeren Atmosphäre, relativ ungezwungen und vielfältigst zu präsentieren. Darüber hinaus sollten einige Sketche, ein Tanz und andere Darbietungen den Abend auflockern und dem Publikum auch andere Talente der Sängerinnen und Sänger zu zeigen, die man vielleicht vom einen oder anderen noch nicht kannte. Ein wunderbarer Abend sowohl für die Mitwirkenden und das Publikum konnte verbucht werden.


Bei der sich anschließenden Weihnachtsfeier verabschiedete sich nun die altbewährte Chorleiterin von ihrem Chor und machte einem jüngeren Platz der fortan den Taktstock schwingen sollte. Es wurde vorhin schon erwähnt, welch engagierte Chorleiterin sie war und man denkt gerne an die für beide Seiten fruchtbare Arbeit zurück. Mit Michael Binder, einem jungen, zielstrebigen Musiklehrer empfahl sich ein Garant für die weitere Zukunft des Vereins, der bestimmt die von der Vorgängerin übernommene Sängerschar zu weiteren Erfolgen führen dürfte. Sogleich stand die Mitwirkung bei einem Geburtstagskonzert zu Ehren des Ehrengaupräsidenten Helmut Hauser zu dessen 75. Geburtstag an, bei dem neben einer Uraufführung zwei weitere Chorsätze in ein Programm eingebunden waren, bei dem ausschließlich Lieder dargeboten wurden, von denen die Texte aus der Feder des Jubilars stammten. Kaum erholt vom ersten offiziellen Auftritt unter dem neuen Dirigenten stieg man ein in die Probenarbeit zum anstehenden Wertungssingen das der Zollern-Alb-Gau in der St. Georgs-Kirche in Burladingen austrug. Das Sprichwort: „Wer wagt, gewinnt!“ schien sich zu bewahrheiten, denn nach nur sechswöchiger Probenarbeit erzielte man in der Stufe „mittelschwer“ einen 1. Rang mit 127 Punkten. Eine tolle Leistung, wenn man bedenkt, dass Chor und Dirigent erst seit vier Monaten miteinander arbeiteten. So sind wir nun in der Gegenwart angekommen und das Jubiläumsfest zum 160. Geburtstag steht an. Mit vereinten Kräften soll das Fest gestaltet und bewältigt werden. Doch Optimisten, die wir alle im Sängerbund ja sind, werden die anstehenden Festtermine zu bewältigen wissen. Kaptitel 3 Ein Vereinsjahr beim Sängerbund und die kulturelle Bedeutung des Vereins Das Sängerjahr beginnt und endet jeweils mit der Jahreshauptversammlung, die traditionell seit der Wiedergründung im Jahr 1902 immer am 3. Wochenende im Januar stattfindet. Es müsste sich schon etwas Außergewöhnliches ereignen, wenn dieser Zeitpunkt nicht eingehalten würde und jeder Vorsitzende war stets darauf bedacht, pünktlich seine Versammlung einzuberufen. Hier werden alle Regularien mit Berichten der einzelnen Funktionsträger abgewickelt und wenn im Turnus von zwei Jahren Wahlen anstehen, so ist dies immer wieder eine interessante Prozedur. Hier wird dann die Vorstandschaft, die sich aus dem 1. Vorsitzenden, dem 2. Vorsitzenden, dem 1. Schriftführer und dem 1. Kassier zusammensetzt entweder neu bestätigt oder neu gewählt. Natürlich auch die Stellvertreter stehen wieder zur Wahl an und auch die Ausschußmitglieder, Fahnenwart, Jugendleiter, Notenwart und die Kassenprüfer oder sonstige wichtige Posten sind in die Wahlhandlung eingeschlossen.


Um auf die neuen Gegebenheiten vorbereitet zu sein, rechtliche Anpassungen fest in die Satzung zu integrieren und Flexibilität in der Vereinsstruktur umsetzen zu können wurde jedoch die ursprüngliche langjährige Satzung 2013 nochmals angepasst. So wurde ein Vorstandsteam und ein erweiterter Vorstand eingeführt, welcher die Hauptfunktion 1. Vorstand und 2. Vorstand sowie Kassierer und Schriftführer incl. Jugendleiter fest vereinbart sind. Im erweiterten Vorstand sind für die Ämter Kassierer, Schriftführer und Jugendleiter die entsprechenden stellvertreter implementiert um taktisch bei z.B. gesundheitlichen Ausfällen flexibel reagieren zu können. Ebenso sind im erweiterten Vorstand auch spezielle Mitglieder z.B. für Notenwart und Statistik definiert. Beisitzer können ebenfalls die Stimmen der Aktiven Sängerinnen und Sängern vertreten – ein Platz für die fördernden Mitglieder (ehemals passive Mitglieder) ist natürlich ebenfalls integriert. Um Vereinsehrungen aktualisiert abzuhalten wurden zudem einzelne Teams geformt und bei speziellen Anlässen die Glückwünsche des Verins zu überbringen oder ggfls. bei grösseren Festivitäten auch Wirtschaftsausschuß bilden zu können.

Nur wenn das gesamte Gremium gut besetzt und gewählt ist, kann man davon ausgehen, dass die Vereinsarbeit gut funktioniert. Man kann hier von großem Glück sprechen, denn soweit man zurückdenken kann, waren immer angesehene und korrekte Frauen und Männer bereit, sich vorbildlich für unseren Verein einzusetzen und große Leistungen zu erbringen. Selbstverständlich werden hier dann auch Aussprachen gehalten und neue Ziele anvisiert oder auch einmal entsprechende Kritiken vorgetragen. Eine sehr schöne Aufgabe für den Vorsitzenden bedeutet es, wenn in der Versammlung Mitglieder wegen ihrer Verdienste um den Chorgesang und den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt werden können. Diese Freundinnen und Kameraden sind es, die einen Verein tragen, die als Vorbilder mit ihrer gezeigten Vereinstreue und ihrem Einsatz und Pflichtbewußtsein Unterstützung in allen Belangen geben. In den meisten Versammlungen ging es stets harmonisch zu, wenn auch hie und da einmal gegensätzliche Ideen aufeinanderprallten. Meistens zu später Stunde waren die Gegensätze ausgemerzt und man saß stets noch gemütlich zusammen und sang noch gemeinsame Lieder. Hier werden dann auch schon im groben die Termine für das anstehende Jahr angesprochen und Apelle erteilt, die Singstunden doch fleißig zu besuchen. Dann aber geht es Schlag auf Schlag mit den anstehenden Terminen. Gleich wird dann das Fasnetsgeschehen in den Blickpunkt gestellt. Man sucht das entsprechende Motto für den Rosenmontagsball und den Fasnetumzug und sinniert über entsprechende Programmpunkte die verwirklicht werden sollen. Zusätzliche Proben für die Mitwirkenden im Programm stehen an und schon geht es in den Endspurt der Fasnet. Man kann sich in der Bevölkerung kaum eine Fasnet ohne den Gesangverein vorstellen, denn die Sängerinnen und Sänger haben immer ein schönes Programm bereit, das bisher stets große Beachtung fand. Geburtstagsständchen für die Mitglieder, Ständchen zur Silberhochzeit, zur goldenen Hochzeit betagter Mitglieder oder auch traurige Anlässe, wie Beerdigungen stehen im laufenden Jahr an. Eine Ehre für jedes aktive Mitglied an solchen Anlässen teilzunehmen. Bei Hochzeitsfeiern von aktiven Mitgliedern oder sonstigen Festlichkeiten nehmen Chor und Vorsitzender gerne teil und eine Laudatio und die Überreichung eines kleinen Präsents ist immer eine Selbstverständlichkeit. Man besucht Versammlungen und nimmt Einladungen zu Vereinsfesten im örtlichen und überörtlichen Bereich befreundeter Vereine wahr. Da geht‘s nach auswärts dann meistens mit einem Omnibus zum Ziel, denn dann kann man sich auch mal ein Viertele oder ein Bier genehmigen, denn das gehört schließlich doch auch dazu wenn man in gemütlicher Runde zusammensitzt und festet.


Ausflug: vergangene Wertungsingen

Es soll erlaubt sein, ohne eine Bewertung der vergangenen Wertungs- und Kritiksingen auf die in den letzten einhundert Jahren durchgeführten Teilnahmen hinweisen zu dürfen und dabei jeweils den gesungenen Chorsatz zu nennen. Unter der 20-jährigen Ägide Dirigent Elsers nach der Wiedergründung, unterbrochen durch den 1. Weltkrieg nahm man an folgenden drei Wettbewerben teil: im Jahr 1911 Chorsatz: Waldkönig im Jahr 1914 Chorsatz: Landsknechts Biwak im Jahr 1921 Chorsatz: Walderwachen In den fast 30 Jahren Dirigat von Dirigent Schreiner und der Unterbrechung durch den 2. Weltkrieg wurde an fünf Wettbewerben teilgenommen: im Jahr 1924 Chorsatz: Der Frühling ruft den jungen Mai im Jahr 1927 Chorsatz: Du Land der Treue im Jahr 1930 Chorsatz: Gott zum Gruß im Jahr 1935 Chorsatz: Auf, ihr Brüder, ehrt die Lieder im Jahr 1949 Chorsatz: Heimatglocken Unter Dirigent Witzigmann, der 8 Jahre dem Chor vorstand, nahm man wie schon erwähnt an sechs Wettbewerben teil und zwar: im Jahr 1953 Chorsatz: Mir ist ein schöns brauns Maidlein im Jahr 1954 2 Chorsätze: Innsbruck ich muss dich lassen – u. Im Abendrot im Jahr 1956 Chorsatz: Heimat im Jahr 1957 Chorsatz: Herzallerliebstes Mädel im Jahr 1958 Chorsatz: Drei gute Dinge im Jahr 1959 Chorsatz: Wenn der Mai erwacht Dirigent Hirt stellte sich mit dem Chor während der 5 Jahre am Pult drei Mal den Wertungsrichtern: im Jahr 1963 Chorsatz: Die Beredsamkeit im Jahr 1965 Chorsatz: Jäger-Quodlibet im Jahr 1966 Chorsatz: Viele verachten die edele Musik Unter Dirigentin Anneliese Schmid, heute unsere Ehrendirigentin, stellte man sich drei Mal einer Kritik oder Wertung und zwar: im Jahr 1985 Chorsätze: 1. Drei Spruchweisheiten 2. Erlaube mir feins Mädchen im Jahr 1989 Chorsätze: 1. Es zog manch Lied ins Herz mir ein 2. All mein Gedanken im Jahr 1998 Chorsätze: 1. Frühlingslied 2. Mich brennt‘s in meinen Reiseschuhn Zum letzten Mal in der angesprochenen Reihenfolge stellte man sich unter dem jetzigen Dirigenten Michael Binder, der seit Anfang des Jahres 2002 dem Chor vorsteht der Wertung mit: Chorsätze: 1. Komm lieber Mai 2. Zuckerbusch Es wäre bestimmt interessant, alle genannten Chorsätze zu einem Preisliederkonzert dieser vergangenen 100 Jahre zusammenzufassen und aufzuführen um festzustellen, wie sich die Gesangsliteratur verändert hat. Seit 2002 wurde vereinsseitig an keinem Wertungssingen mehr teilgenommen, da dies auch seitens des Chorverbandes seither auch nur noch selten bis in jüngster Zeit gar nicht mehr angeboten.


Die Chorleiter und Vorsitzenden des Sängerbundes 

Es würde den Rahmen unserer heutigen Veranstaltung sprengen, wenn versucht würde, jede einzelne Persönlichkeit als Dirigent oder Vorsitzender würdigen zu wollen. Es sei deshalb erlaubt, sie nach ihrer Amtszeit zu erwähnen. Von der Erstgründung im Jahr 1843 bis zum Jahr 1901 sind namentlich drei Chorleiter bekannt: Lehrer Gallus Strobel, Lehrer Münzer Hauptlehrer Johann Haug von dieser Ära fehlen Aufzeichnungen über die Vereinsvorstände. Ab der Wiedergründung im Jahr 1901 bis heute sind lückenlose Aufzeichnungen vorhanden, diese wollen wir nun nennen: Dirigenten: 1901 – 1921 also 20 Jahre Hauptlehrer Adolf Elser 1921 – 1952 also 29 Jahre Lehrer Xaver Schreiner 1952 – 1960 also 8 Jahre Oberlehrer Josef Witzigmann 1960 – 1962 also 2 Jahre Albert Bartle, Hechingen 1962 – 1967 also 5 Jahre Oberlehrer Hermann Hirt 1967 – 1980 also 13 Jahre Josef Hutt, Straßberg 1980 – 2002 also 21 Jahre Anneliese Schmid, Rangendingen - seit 2001 unsere Ehrendirigentin seit 2002 Michael Binder

 Die Vorstände des Vereins

Vereinsvorstände 1901 – 1907 also 6 Jahre Adolf Elser, Hauptlehrer 1907 – 1910 also 3 Jahre Anton Dieringer 1910 – 1914 also 4 Jahre Balthasar Birkle 1919 – 1926 also 7 Jahre Anton Dieringer (zuvor 3 Jahre) 1927 – 1929 also 2 Jahre Bernhard Lohmüller 1929 – 1938 also 9 Jahre Franz-Xaver Dieringer, (danach zum Ehrenvorstand ernannt) 1938 – 1940 also 2 Jahre Jakob Dieringer (Sohn des A.D.und Vater von Franziska Göhner) 1940 – 1954 also 14 Jahre Bernhard Schmid (danach zum Ehrenvorstand ernannt) 1954 – 1962 also 8 Jahre Karl Schwenk 1962 – 1970 also 8 Jahre Hermann Fischer 1970 – 1974 also 4 Jahre Karl Wohlhüter 1974 – 1988 also 14 Jahre Karl Schilling (danach zum Ehrenvorstand ernannt) 1988 – 1994 also 6 Jahre Manfred Dieringer seit 1994 – seit 1998 Walter Heilig (zum Ehrenvorstand ernannt) und seit 2012 Armin Glatz.

 Dem Sängerbund Rangendingen war immer das Glück beschieden, sowohl Dirigenten als auch Vorsitzende zu finden, die immer das Wohl des Vereins im Auge hatten. Alle Genannten, ob Dirigent oder Vorsitzender wurden als Vertrauensleute gewählt oder berufen und hatten zu jeder Zeit das Vertrauen der Mitglieder. Mit Fleiß, Eifer und Zielstrebigkeit gelang es ihnen immer wieder, den Verein auf einem beachtlichen Niveau zu halten und neben ihrer beruflichen Tätigkeit die Interessen des Vereins wahrzunehmen und nach innen und außen zu vertreten. Ihnen allen kommt der Verdienst zu, an einem echten Gesangsleben in besonderer Weise mitgewirkt zu haben und für dessen Erhaltung und Förderung in der Heimatgemeinde Rangendingen tatkräftig und uneigennützig eingetreten zu sein bzw. bei den zuletzt Genannten einzutreten. Jedoch nicht nur die Dirigenten und Vorsitzenden, die an der Spitze des Vereins standen waren Garant für ein solides Vereinswesen, sondern auch die jeweiligen Stellvertreter, die Schriftführer und Kassiere. Auch die Ausschussmitglieder sollen als Träger dieses Gemeinwesens genannt sein. Ohne einen Teamgeist würde ein Verein nicht existieren können. Allen diesen namentlich nicht Genannten gilt ebenso Anerkennung und Dank für ihren Einsatz.

 


 

 

Jugendarbeit und Nachwuchsförderung

Historie: 

Wer sich mit der Jugendarbeit in einem Gesangverein schon einmal auseinandergesetzt hat, weiß wie schwierig es ist, einen Kinder- oder Jugendchor aufzubauen und zu erhalten. Der Sängerbund befasst sich mit dieser Aufgabe schon jahrzehntelang und hat festgestellt, dass es auf diesem Gebiet ein stetiges Auf und Ab gibt. Mal sind die Erfolge größer, manchmal auch kleiner und es bedarf immer wieder einer gewissen Ausdauer der Verantwortlichen, neue Anläufe zu nehmen. Meistens ist es so, dass das Lied den Weg über die Vereinsmitglieder in die Familien findet. Wenn dort mit Begeisterung bei familiären Anlässen gesungen wird und die Kinder dabei sind, dann hören diese bekanntermaßen gerne zu und wollen schließlich auch mitsingen. Wenn dann noch über die Schiene Kindergarten – Schule durch geschickte Erzieherinnen und Lehrer im Musikunterricht noch großer Wert auf das Singen gelegt wird, dann könnte in vielen Fällen der Grundstein dafür gelegt sein, dass das Kind sich für den Gesang im Verein entscheidet, ob früher oder später. In unserer Vereinschronik wird erstmals im Jahr 1953 von einem Kinderchor berichtet, der bei einem Heimatliederabend mitgewirkt hat. Ob dieser Kinderchor von der Schule ausging, oder unter Vereinsregie, geht leider aus dem Bericht nicht hervor. Weitere Aufzeichnungen findet man in den Jahren 1962 und 1963, wo wiederum von einem Kinderchor und einer Instrumentalgruppe die Rede ist. Es kann vermutet werden, dass diese Auftritte in loser Form ohne starke Vereinsbindung erfolgt sind, jedoch bei Veranstaltungen des Sängerbundes vor der Öffentlichkeit stattfanden. Die Vermutung liegt nahe, dass beide Anläufe so zu erklären sind, dass jeweils der amtierende Dirigent des Vereins auch Lehrer an der Schule war und er so vielleicht seinen Einfluss bei den Schülern geltend machen konnte. In den Jahren 1967/68 wurde, wie schon erwähnt, die Jugendarbeit unter Dirigent Hutt intensiviert. 



Von da an brachte sich der Verein als alleiniger Träger des Kinderchores ein und nach intensiver Werbung konnten fast 70 Kinder gewonnen werden, die schon beim anstehenden 125-jährigen Jubiläumsfest ihren vielbeachteten 1. Auftritt hatten und auch im darauffolgenden Jahr beim Gesangverein Binsdorf und dessen Jubiläumsfest mitwirkten. Dirigent Hutt hatte scheinbar einen so großen Spaß an der Sache, dass er sogar einen Teil seines Honorars in diese Aufbauarbeit einfließen ließ. Im Jahr 1969 beteiligte sich der Schülerchor zusammen mit anderen jungen Chören an einem Jugendkonzert des Schwäbischen Sängerbundes in Ludwigsburg. Es war allen Verantwortlichen klar, dass man, wenn man Kinder in ihrer Freizeit fordern möchte, auch etwas einbringen muss. So organisierte man an der oberen Donau ein Zeltlager für die Kinder und auch einen Tagesausflug. Die Betreuung erforderte dazu einige Helfer, die sich intensiv für die Belange einsetzen mussten und auch die Finanzierung muss jeweils abgesichert sein. Man betrat damals Neuland auf diesem Gebiet und konnte auf keine große Hilfestellung von außen setzen, da damals die Jugendarbeit in den Vereinen in dieser Weise noch in den Kinderschuhen steckte. Erst nach und nach zogen größere Vereine hier nach und der Sängerbund Rangendingen war mit einer der ersten Vereine im Zollern-Alb-Sängergau, der hier Pilotfunktion übernahm. Einen wiederum neuen Anlauf nahm man im Jahr 1983, wobei nun die Arbeit in strukturierte Bahnen geleitet und fortan bis heute betrieben wird. Von dort an wurde unter größten Anstrengungen, sowohl in der Führungsarbeit und musikalischen Leitung aber auch auf finanzieller Ebene, die Jugendarbeit intensiviert. Es kam nun selbstverständlich zugute, dass man aus früheren Jahren Erfahrungen gesammelt hatte, denn es hatte sich herausgestellt, dass alleine das Heranleiten im Kindes- oder Schulalter nicht genügt, Nachwuchs für den Erwachsenenchor zu bekommen, sondern man hatte aus früheren Jahren die Erkenntnis gewonnen, dass die Kinder, wenn sie einmal 13 oder 14 Jahre alt waren, absprangen, da sie meinten, dass sie für einen Erwachsenenchor noch zu jung seien, sich noch nicht integrieren könnten und somit für den Gesangverein mit ganz wenigen Ausnahmen verloren waren. Hier musste man nun neue Wege suchen. Eine erneute Aufgabe für die Vereinsverantwortlichen. 


Mit der Gründung eines Jugendchores, mit Jugendlichen ursprünglich ab 13 Jahren bis hinauf von etwa 24 Jahren, wurde dem ab dem Jahr 1988 Rechnung getragen. Ein Stamm aus dem damaligen Kinderchor von etwa 13 Jugendlichen wurde zur Gründung herangezogen und schon nach kurzer Zeit kamen nach und nach Jugendliche von außen dazu, so dass nach einem Jahr ein Chor von 22 Jugendlichen beisammen war und im Jahr 1993 hatte dieser Jugendchor eine Stärke von 38 Mitgliedern. Eine Blütezeit für den Sängerbund. Zur gleichen Zeit waren 40 Kinder im Kinderchor integriert. Man war überzeugt, für den Erhalt des Vereins und des Gesangs das Möglichste getan zu haben. Dass zu einer gedeihlichen Jugendarbeit nicht nur die Singstunde oder der geplante Auftritt gehört, versteht sich von selbst. Für die Kameradschftspflege gehören auch andere Aktivitäten dazu. Die Singwochenenden des Gaues, Ausflüge oder Wanderungen, Hallenbadbesuche, sportliche Turniere oder Kegelabende gehören ebenso dazu wie eine Nikolausfeier. Es muss einfach Abwechslung und Auflockerung geboten werden, um Kinder und Jugendliche bei Laune zu halten. Und wenn sie dann bei Laune sind, dann darf man auch etwas von ihnen verlangen und sie sind dann auch bereit, etwas zu geben. So vergeht seitdem kein Jahr, dass beide Chöre nicht in die traditionelle Weihnachtsveranstaltung eingebunden wären und ihre Auftritte hatten. Die bisher größten Erfolge waren im Jahr 1993 mit der Aufführung der „West-Side-Story“ beim Jugendfestival des Jubiläumsfestes und kurz danach im Jahr 1994, als unser Verein den Sängerjugendtag 1994 des Schwäbischen Sängerbundes auszurichten hatte. Aber auch eine Vielzahl von Auftritten bei Jubiläen, Hochzeiten, kirchlichen Anlässen und die Mitwirkung bei unseren Konzerten sind zu nennen. Immer wieder begeisterten unsere beiden Nachwuchschöre unsere Zuhörer und Gäste und waren immer ein besonderes Aushängeschild für unseren Verein. Wir sind voller Hoffnung, dass nach dem momentanen Knick mit derzeit bescheidenen Mitgliederzahlen auch wieder ein Hoch anstehen wird und wir uns mit zäher Ausdauer weiterhin der Jugendarbeit widmen wollen und alles daran setzen werden, auch weiterhin das Möglichste zu unternehmen. Eine Freude für uns ist es, dass wir im Erwachsenenchor eine Anzahl von Nachwuchssängerinnen und –sänger integrieren konnten und die Fluktuation älterer Generationen ausgleichen konnten. Bei den heutigen Anforderungen, die auf beruflichem Sektor und der Berufsausbildung an die Jugendlichen gestellt werden, sind wir froh, dass sich immer wieder junge Zöglinge in unsere Reihen einordnen. Froh und glücklich darf sich unser Verein aber auch darüber schätzen, dass sich immer wieder Mitglieder bereitfanden, die sich in der Jugendarbeit engagierten und dabei mithalfen, dass die Arbeit organisiert und geordnet ablief. Man darf hier auf die Vereinschronik zurückgreifend folgende Daten und Namen nennen, die als Helfer und Leiter fungierten. Von 1967 – 1970 sind folgende Mitglieder aufgezeichnet: Hermann Fischer, Xaver Schilling und Käthe Dieringer. Ab dem Jahr 1971 – 1972 war Karl Schilling neu gewählter Jugendleiter. ab dem Jahr 1973 – 1978 war Michael Wild Jugendleiter, unterstützt von Käthe Dieringer ab dem Jahr 1983 – 1993 Michael Wild, unterstützt von Walter Heilig, Bärbel Haug und Anna Hermann danach wechseln mehrere Jahre die Verantwortlichen, mal waren Mädchen und Jungen des Jugendchors, zwischendurch einmal Uwe Wannenmacher und in den vergangenen Jahren war Armin Glatz sehr engagiert und hat die Jugendarbeit zusammen mit dem Dirigenten, der Vorstandschaft und dem Jugendausschuß-Team weiter ausgebaut.

2003 wurde die Kooperation SchuleVerein mit dem Musical „SAMMY“ vorbereitet. Der gesamte Verein incl. vielen Helferinnen und Helfern – verbunden mit Projektarbeiten in der Schule durch das ganze Schuljahr hindurch führten am Ende zu einer fulminanten mehrfach ausverkauften Aufführungsserie. Insgesamt wurden nahezu 15 TEUR investiert und am Ende die Kosten und der Gesamtaufwand komplett hereingewirtschaftet.

2007 wurde der BAMBINI-Chor gegründet, welcher singbegeisterten Kinden im Kindergarten das Singen und musikalische Früherziehung näher brachte. Der Sängerbund bewarb sich kurze Zeit später für das Landesförderprogramm des Landes Baden-Württemberg "SBS" - Singen-Bewegen-Sprechen - hierbei werden Kindergartenkinder mit Sprachdefiziten durch gesangliche Arbeit in Ihrer Entwicklung gefördert. Zudem lebten wir als einziger Verein im Chorverband Zollernalb bereits das Thema Inklusion und mischten singbegeisterte Kinder ohne mit singbegeisterten Kindern mit Deifiziten und erreichten beachtliche Ergebnisse.

2010 bauten wir die Arbeit durch die Gründung der Singschule weiter aus - so gab es neben der Arbeit im Kindergarten und BAMBINI-Chor auch die SchülerChöre 1+2 (Klassenstufen Grundschulklasse 1 und 2 - später kam die 3. Klasse mit SchülerChor 3 hinzu - danach folgte dann der bereits existente SchülerChor sowie JugendChor welcher sich in dieser Zeit aufgrund der Mitgliederstruktur zum JungenChor "voice mr's" entwickelte und das Bindeglied zum GemischtenChor darstellte.

Mit Kindermusicals wie „Geisterstunde auf Schloß Eulenstein“, „Weihnachten fällt aus“, „Kwela, Kwela – ein afrikanisches Märchen mit Pfiff“, „Der blaue Planet“,  schufen fortan die Plattform erfolgreicher Aufritte ganzer Generationen von Kindern.

In dieser Zeit reifte der Jugendchor ebenfalls weiter – auch hier hielten viele Medleys vor allem bekannter Musical – arrangenements Einzug – Adrew Lloyd Webber-Musicals, Grease bis hin zu Queen und Bon Jovi, aktuelle oder frühere Pophits gehörten fortan zum Repertoire. Die fotgeschrittene Altersstruktur machte einen neuen Namen notwendig – so wurde der Jugendchor in JungerChor umgetauft und erhielt seinen eigenen Namen „voice mr’s“ als Zeichen für moderne auch englischsprachige Chormusik – vorgetragen als gemischter Chorsatz somit englischer Name und Männer (mr.) und Frauen (mr’s) – somit war der Name gebacken und erfolgreiche Auftritte in Rangendingen sowie der näheren und ferneren Umgebung folgten.

2017 kam dann als weitere Sparte der JugendChor zusammen - SchülerChor 3+SchülerChor wurden verschmolzen sowie SchülerChor 1+2. Dies entspricht nun der Jugendarbeit-Struktur 2018 / Jubiläumsjahr.